
Schon ärgerlich, wenn sich aus bruchstückhaften Ideen der heimischen Wasserleitungsverlegung plötzlich ein klares Bild zusammenfügt. Zumindest dann, wenn die gemeinsame Schnittstelle von Badewanne, Waschmaschine und -Becken das Nadelöhr zu sein scheint. Kurzfassung: Wasser in Badewanne. Nicht weniger werdendes Wasser in Badewanne. Nach Betätigung der Waschmaschine stark steigender Pegel! An Wasser. Und Geruch. Nach etwa 30 Minuten Paaraktivität den Inhalt in der Toilette versenkt. Nach Besaugglockung nur Echthaar für Kleinkindperücke befördert. Zweimal Rohrfix, zeitlich versetzt natürlich, haben zwar den Geruch verändert, nicht aber das Rohr gesäubert. Aktuelle Maßnahme B (und gleichzeitig erste ernsthafte Auseinandersetzung mit chemischen Reaktionen in meinem Leben - das Interesse ging nach den Explosionen in Klassenstufe 5 schlagartig verloren): Backpulver mit Essig. Aus Sicht des unwissenschaftlichen Beobachters: Es bleibt kühl (gut!), es bildet sich Kohlensäure (gut!), sonst passiert nix (schlecht!). Könnte am verbleibenden Wasserpegel liegen, experimentelle Versuche in Müslischüsseln belegen die These. Nur um das Wasser _in_ der Badewanne zu entfernen, müsste man saugen. Die Chance, dafür Freiwillige zu finden, halte ich für extrem gering bis aussichtslos. Da heute morgen alles perfekt abfloß, könnte Fremdeinwirkung in dem untenliegenden Hausteil eine Lösung sein. Und jetzt bist Du dran. Her mit deinen Hausmitteln!
Nachtrag, 9. Januar: Hochdruck aus Dosen, an sich vielversprechend und mit hohem Fun-Factor (yeah!) half auch nicht. Nachteil: Nur Mc Guyver schafft es, die Überläufe 100% abzudichten. Den übrigen Personen fliegt die Gülle, in gemäßigtem Tempo, um die Ohren. Achja: Duschen ist nicht. Pfui!
Nachtrag II, 9. Januar: Mein Engagement in Sachen Rohrreinigung hinterläßt Spuren. Meine Arme sind zerkratzt. Der Abfluß der Badewanne perfekt gesäubert und mit einer drei Meter Spirale durchbohrt. Kein Widerstand spürbar, ergo auch kein ablaufendes Wasser. Die Idee mit der Handgranate nur mit Gimp auf dem Bild oben verwirklicht. Aber von der Agentur unter uns die Telefonnummer vom betrauten Installateur bekommen, und von diesem dann einen Termin morgen um 8. Bin gespannt …
Nachtrag, 10. Januar: Installateur war da. Sehr nett, sehr pünktlich, aber leider auch nicht erfolgreich. Alles professionell abgedichtet und mit fünf Bar in die Leitung gepustet - nichts. Mit seiner 7m Spirale (wir hatten nur 3m) war nach 6m Schluß, d.h. da ist irgendwas. Vielleicht eine Ratte mit jetzt Fönfrisur, nennen wir sie Götz. Wie auch immer, gleich kommt eine weitere Firma mit Kohlensäureflasche im Schlepptau, bis 100 Bar soll die haben. Ehrlich gesagt bin ich ein bischen neidisch, das ist das Kaliber, mit dem ich gerne selbst pusten würde. Und ab jetzt heißt es löhnen, 100 - 200 Euro wird der Besuch wohl kosten. Damn! Da wir erst seit August hier wohnen kann die Verstopfung nicht unser Werk sein, zumal schon beim Antritt die Haare der beiden Vormieterinnen (aus aktuellem Anlaß) chemisch zerlegt wurden und wir anschließend regelmäßig gesäubert haben. Und der Vermieter ist beruflich in Japan (ein Musiker wohl). Wenn das nicht klappt will ich ins Schwimmbad. Duschen.
Nachtrag , 10.01.: Mit einer Elektrofeder wurde in 16-18m ein Loch in etwas gebohrt, dessen Geruch mir aus Dixitoiletten und der Pathologie bekannt ist. Die Rechnung dafür: 195,60 Euro. Vorgestreckt habe ich es, die Rechnung aber auch auf den Hauseigentümer ausgestellen lassen. Hatte genug Ärger und Kosten in den letzten Tagen. Immerhin sagt die Mischung aus Hausmeister und aktuell Niedrigkontostandbesitzer in mir, dass die Anschaffung der Geräte teurer gewesen wäre.
Geschäftsidee: In Asien lebt der Langschwanzmaulwurf. Dieser ist (wie so vieles in Asien) kleiner und schmaler als europäische Maulwürfe. Das Grabwerkzeug hingegen ist stark ausgeprägt, der Schwanz 2-3cm. Die Idee ist im Kontext eigentlich jetzt schon klar, dennoch: Das Tier braucht einen Schwanz, der etwa 18m lang ist, oder ein Piercing an dem eine Angelschnur befestigt werden kann. Dann rein ins Abflussrohr mit ihm, und bevor er gänzlich verschwindet rückwärts wieder rausziehen. Evtl. die Freiheit schenken, wenn die Schwanzverlängerung nicht funktioniert (Todo: Mehr Spam lesen). Ausgebuddelter Schlam lässt sich leicht wegspülen, der Maulwurf bekommt lecker Insekten (Todo: Staubsaugerbeutel aufbewahren) und man selbst verleiht ihn für knapp weniger als 78 Euro pro Stunde an Menschen, die wieder duschen wollen. Klappt bestimmt!